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Problemkind Knie

Kreuzbandriss behandeln und vorbeugen

Ein Ziehen im Knie, eine ungeplante Bewegung und plötzlich ist nichts mehr wie zuvor. Der Kreuzbandriss ist die typischste Sportverletzung und taucht besonders häufig bei Fußballern und Skifahrern auf. Doch was tut man eigentlich, wenn das Schlimmste bereits geschehen ist? Wie lässt sich die Heilung unterstützen und was kann man tun, damit das Kreuzband später nicht erneut reißt? Gemeinsam mit Tim Siekmann, der neben der Osteopathie in seiner eigenen Praxis auch komplementärmedizinische Verfahren anbietet, gehen wir dem Thema auf den Grund.

Was passiert bei einem Kreuzbandriss?

Tatsächlich verletzt man sich das Knie häufig in einem Moment der Unaufmerksamkeit. Man ist kurz abgelenkt, verliert die Koordination und Unterschenkel und Fuß bleiben im Boden hängen. Der Oberkörper dreht sich weiter und es wird Stress auf das Kreuzband ausgeübt. Dieses reißt an oder sogar durch. Die Folge: Das Knie schwillt an, wird instabil und es ist schwer, normal zu laufen oder weiter Sport zu treiben. Schönes Pech aber auch! Und jetzt? 

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Behandlung der Kreuzbandverletzung

Das A und O nach einem Bänderriss ist Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Aus aktueller wissenschaftlicher Sicht kann das betroffene Gewebe aber auch von einer an die Verletzung angepassten Belastung im frühen Stadium der Heilung profitieren. Eine frühe Belastung verringert zudem das Angst- bzw. Vermeidungsverhalten und bewahrt Patienten davor zu passiv zu sein. Selbstverständlich soll das Knie dazwischen geschont werden. Maßnahmen wie das Hochlagern sowie Verbände und Salben haben ebenfalls ihre Berechtigung.

Auch wenn Kreuzbänder von selbst zusammenwachsen können, steht im Anschluss – besonders bei Profisportlern und jungen Menschen – meist eine Knie-OP an. Bei sportlich weniger aktiven Personen oder älteren Sportlern reicht es jedoch manchmal, die Oberschenkelmuskulatur durch gezieltes, durch einen Fachmann angeleitetes Krafttraining aufzubauen.

Nach der Operation heißt es dann: ab in die Reha! Diese kann ambulant oder stationär in einem Reha-Zentrum erfolgen. Egal wie oder wo: Das Ziel der meist 6-wöchigen Reha ist immer die Rehabilitation des gesamten Knies, um Sportfähigkeit und Lebensqualität wiederherzustellen. Denn so eine Verletzung soll ja nicht das Ende der Sportkarriere bedeuten. Das Gelenk wird dabei mittels Krankengymnastik durch Kraft- und Koordinationsübungen stabilisiert und mobilisiert. Schwellungen werden durch regelmäßige Lymphdrainage verringert. 

Nach der Reha ist vor dem Training

Wann man endlich wieder Sport treiben kann, variiert natürlich von Person zu Person und richtet sich auch nach dem individuellen Heilungsprozess. Bei ambitionierten Sportlern kann nach ungefähr sechs Monaten mit dem langsamen Einstieg ins Training begonnen werden. Natürlich ohne jeglichen Körperkontakt bei Kontaktsportarten. Ein langsamer Einstieg und ein gezielt auf den Athleten abgestimmtes Trainingsprogramm sind hierbei von essenzieller Bedeutung. Wichtig ist hierbei: Nicht mit dem alten Pensum loslegen. Auch wenn die Versuchung groß ist, eine Verletzung derselben Struktur ist besonders nach einem Kreuzbandriss sehr hoch und sollte nicht riskiert werden. Sonst fängt der ganze Spaß von vorn an. Und das will wohl Niemand!

Um die Beinmuskulatur wiederaufzubauen, sollte man dennoch kontinuierlich am Ball bleiben und sich von Rückschlägen nicht demotivieren lassen. Besonders für Profis, aber auch für Hobbysportler lohnt es sich spezielle Test-Batterien, welche Zick-Zack-Läufe oder Sprünge beinhalten, durchzuführen. Sie sind wichtig, um zu sehen, ob der Zeitpunkt zum Wiedereinstieg ins Training beziehungsweise in die volle Belastung endlich gekommen ist.

Kreuzbandriss vorbeugen – so geht‘s

Um eine derartige Knieverletzung zu vermeiden, gilt logischerweise: Die Muskulatur vor dem Sport unbedingt durch Aufwärmübungen ordentlich in Schwung zu bringen. Je länger, desto besser. Sprungschulen und Lauftraining können zusätzlich die Koordination verbessern und das Verletzungsrisiko minimieren.

Um Sportverletzungen vorzubeugen, lohnt sich ein regelmäßiges Training der gesamten Muskulatur. Als AOK Rheinland-Pfalz/Saarland bieten wir hierfür verschiedene Gesundheitskurse an wie beispielsweise Faszien Workout, Functional Training oder Pilates. Hier wird die Muskulatur durch unterschiedliche Übungen gedehnt und gestärkt. Außerdem wird die Tiefenmuskulatur angesprochen.

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